GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 25. September 2019


Ordensschwestern verlassen das Wilhelmstift

Klaus Marheinecke
Kath. Kirchengemeinde MARIÄ HIMMELFAHRT
E-Mail: KlausMarheinecke@Gmx.de

Ganz am Ende der Liliencronstraße liegt das Katholische Kinderkrankenhaus Wilhelmstift. Wissen Sie überhaupt, dass sich mit diesem Haus eine fast 100-jährige heilsame, christliche Tradition verbindet? Es war im Frühjahr 1925 als das damalige Haus Dyp von der Kirche erworben und zu einem Heim für ledige Mütter mit ihren Säuglingen umfunktioniert wurde. Missionsschwestern vom Hlst. Herzen Jesu zogen ein und übernahmen die Betreuung. Gleichzeitig wurde in einer Kapelle die erste Hl. Messe nach der Reformation auf Rahlstedter Boden gefeiert. Das war die Keimzelle der heutigen Kath. Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt in der Oldenfelder Straße. Pastor Aloys Boeker war zugleich Rektor des Wilhelmstifts und bald bewohnten 9 Ordensschwestern das Haus, welches sich langsam, aber stetig zu einem bedeutenden, über Hamburgs Grenzen hinaus bekannten Kinderkrankenhaus entwickelte.

 

Man fusionierte mit dem Kinderkrankenhaus Walddörfer, übernahm wesentliche Teile aus Boberg. Natürlich kooperiert man mit dem Kath. Marienkrankenhaus, welches als führende Geburtsklinik Hamburgs einen guten Ruf hat. Im Jahre 1975 wollte der Hamburger Senat das Krankenhaus aus dem Bedarfsplan streichen. Ein so noch nie da gewesener Rahlstedter Bürgerprotest verhinderte die Schließung und es wuchs ein bedeutendes, karitatives Unternehmen heran. Zeitweilig waren 27 Ordensschwestern, 40 Schwesternschülerinnen und 6 Ärzte dort tätig. Langsam kam kein Nachwuchs der Ordensschwestern mehr. So ging Leitung und Verwaltung in weltliche Hände über. Die letzten drei Ordensfrauen wurden am 22. September in einem Gottesdienst mit großem Dank verabschiedet. Die katholische Trägerschaft wird aber erhalten bleiben. Darüber freut sich für Rahlstedt.

Ihr Klaus Marheinecke

 

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