GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 15. Mai 2019


Frühling

Marie Luise Klöckner
Kirchengemeinde Alt-Rahlstedt
Tel. Nr. 672 39 48

Wenn diese Zeilen von Ihnen zu lesen sind, dann ist der Mai schon zur Hälfte vergangen, dabei hatte ich mir vorgenommen zu erzählen, dass der Mai mir immer den Frühling bringt. In diesem Jahr stimmt das aber überhaupt nicht. Der Frühling ist schon Ende April mit voller Pracht bei uns eingezogen. Als meine Zwillinge am 23.4.1963 geboren waren, da begrüßten uns beim Heimkommen die Krokusse in unserem Garten und in diesem Jahr fängt der Flieder an zu blühen. So unterschiedlich spielt mit uns die Natur. In einem Jahr friert es noch zu Ostern und im nächsten kann man da schon Spargel kaufen und alles ist grün. Ich musste an das alte Volkslied denken: „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus…“ Das stimmt in diesem Jahr nicht, die Kirschbäume im Alten Land haben schon ausgeblüht. So unterschiedlich, wie Gott Gaben in der Natur verteilt, so gibt er auch seine Gaben an uns Menschen. Wenn man mehrere Kinder hat, kann man das beobachten. Eins bekommt sein Wachstum schon früh zugeteilt und ist im Kindergarten schon der Größte und das andere Menschlein fängt erst an zu wachsen, wenn das erste schon damit aufgehört hat.

 

So verteilt unser Herrgott seine Gaben an uns auch an mancherlei Orten wie es gerade passt. Unsere Kinder haben alle einen verschiedenen Rhythmus. Die Großen sind Frühaufsteher, der Junge ist sehr sportlich und die Zwillinge mal so, mal so. Unser Herrgott hat sie so verschieden werden lassen, da hilft keine Erziehung. Das Mädchen der Zwillinge redet bis mittags am liebsten gar nicht. Das fällt aber nicht auf, weil alle anderen genug schwatzen. So unterschiedlich die Gaben auch sind, es reicht um jeden Tag Dankeschön zu sagen! Wir Eltern dürfen geduldig zuschauen und abwarten, was sich bei jedem Kind entwickelt. Lassen wir doch genug Zeit, bis sich die Gaben entfalten können, so wie die Bäume im Garten und die Blüten an den Bäumen. Einen schönen Frühling wüscht

Ihre Marie Louise Klöckner

 

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