GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 10. April 2019


Die Hinrichtung

Klaus Eddicks
Mariä Himmelfahrt
Tel: 677 17 21

Wenn man sich diesen heimtückischen Mord in Christ Church in Neuseeland am 15.3.19 versucht vorzustellen, dann versagen alle Maßstäbe, dann könnte einem das Blut in den Adern gefrieren. Der selbst ernannte „Kreuzritter“ sah sich in der Nachfolge des norwegischen Mörders Breivik. Das Weltbild der beiden ist so ungeheuerlich, so brutal und unmenschlich, dass es eigentlich jeden und jede abstoßen müsste. Aber teilweise war das Gegenteil der Fall. Kühl kalkulierend hatte der Mörder eine Helmkamera installiert. Den Film stellte er in´s Netz. So konnten viele, ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt, z.B. auf „You Tube“ diese grauenhafte Tat ungefiltert verfolgen, bis dieser Beitrag endlich gelöscht wurde. Das alles war wohl kalkuliert. Offensichtlich wollte der Mörder seine krude und perfide Ideologie unübersehbar machen. Und, Gott sei es geklagt, er soll bei vielen Anklang gefunden haben. Was ist zu tun? Zunächst muss dieses Verbrechen nur nach Recht und Gesetz geahndet werden.

 

Dann darf unsere Gesellschaft nicht nach den üblichen Trauerbekundigungen zur Tagesordnung übergehen. Man würde diese Inhumanität missachten. Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, sich mehr als sonst auf die Eckpunkte unserer Religion zu besinnen: Nächstenliebe, Achtung der Menschenwürde eines jeden, auch wenn er oder sie z.B. zerschlissen gekleidet ist und riecht, und Toleranz z.B. gegenüber der Meinung anderer, auch wenn sie einem nicht gefällt. Das gilt allerdings nur im Rahmen unserer Gesetze. Jesus Christus hat es uns zwar vorgelebt, aber einfach ist das alles nicht. Trotzdem, es lohnt sich, wenn eine Vielzahl sich darum bemüht in der Familie, in der Schule, in den Gemeinden, im Urlaub, am Arbeitsplatz. Das gilt für die Gläubigen aller Religionen und für Atheisten gleichermaßen. Für alle sollte es eine „Conditio sine qua non“, eine „unerlässliche Bedingung“ sein.

K. Eddicks

 

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