GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 06. März 2019


Aschermittwoch

Klaus Eddicks
Mariä Himmelfahrt
Tel: 677 17 21

Es ist vorstellbar, dass beim Lesen dieser Überschrift einige Assoziationen, wie z.B. „Asche auf mein Haupt“, ausgelöst werden. Allerdings haben sie dann weniger mit dem Charakter des Bedrohlichen zu tun, sondern vielleicht mehr mit dem Bewusstwerden der eigenen Fehler und mit der Einsicht, diese Fehler zukünftig möglichst zu vermeiden. Kalendarisch ist der Aschermittwoch der erste Tag der 40–tägigen Fastenzeit. Gläubigen wird an diesem Tag in der katholischen Kirche zur Mahnung an die Buße ein Aschekreuz auf die Stirn gestrichen. Aber wer ist heute noch bereit, sich mit diesem Kreuz auf der Stirn in der Öffentlichkeit zu zeigen, wenn auch nur für eine kurze Zeit? Anders gefragt: Wieviel Katholiken kann die Kirche noch in unserer säkularisierten Zeit und gerade in der Zeit der Offenlegung zahlreicher Missbrauchsfälle in der Kirche vom Sinn der Buße in der Fastenzeit überzeugen?

 

Es ist bestimmt nicht falsch, anzunehmen, wenn ein erheblicher Teil der Gläubigen sich jetzt nichts mehr vorschreiben lässt und sich von der Kirche abwendet. Das wäre zwar für viele verständlich, aber auch traurig, denn ein großer Teil der Hauptamtlichen hat sich in dieser Hinsicht nicht schuldig gemacht. Sie erfüllen mit Leidenschaft ihre Aufgabe als Seelsorger. Zum anderen kann die Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern eine heilsame Wirkung haben. Das gilt für jeden, denn wer ist schon vollkommen und ohne Fehler? Soweit ich das beurteilen kann: Niemand!

K. Eddicks

 

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