GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 30. Mai 2018


Fronleichnam - ein Feiertag?!

Bernadette Kuckhoff
Pfarrei Seliger Johannes Prassek
Pastoralassistentin
b.kuckhoff@johannes-prassek.de

Der Mai ist gespickt mit Feiertagen. Er begann, wie jedes Jahr, mit dem Tag der Arbeit und hört diesmal am 31. mit Fronleichnam auf. Für Katholiken ist das ein Hochfest. Ein ganz besonderer Tag, an dem sie auf die Straße gehen und demonstrieren. Sie, die sonst gerne hinter ihren Kirchenmauern bleiben, gehen raus in die Natur oder auch mitten durch die Städte und tragen dabei das Heiligste, was sie haben, vorweg. Ein kleines Stück Brot. Verborgen für die Augen der Gläubigen ist in diesem Brot Jesus bei ihnen.

Um die Besonderheit dieses Brotes zu zeigen, wird es in einem wertvollen Gefäß, einer Monstranz, getragen und die Gemeindemitglieder gehen singend oder betend hinter dem Monstranzträger her. Durch die Teilnahme an der Prozession, wie diese „Demonstration“ genannt wird, drücken die Gläubigen ihre Verehrung aus und tragen Jesus in die Welt, in den Alltag. Jesus selbst war keiner, der sich versteckt hat und in irgendwelchen Gebäuden zurückgezogen hat. Jesus zog es immer zu den Menschen und er wollte und will auch immer noch bei ihnen sein.

 

Dies ist auch heute noch der Auftrag für alle Christen: Bei den Menschen sein. Sich für Schwächere einsetzen und die Not des Anderen erkennen. Überall da, wo danach gehandelt wird, ist Jesus mitten unter den Menschen, wird lebendig.

Mit dem Feiertag Fronleichnam ist es wie mit dem Muttertag: Natürlich freuen sich Mütter über kleine Aufmerksamkeiten an diesem Tag. Wenn aber die Familie das ganze Jahr über nicht an die Mutter denkt und dann an diesem festgelegten Tag alle Register zieht, passt das nicht zusammen. So ist es auch mit Fronleichnam; wenn das ganze Jahr über nicht die Besonderheit des Brotes gesehen wird, so fehlt auch das Verständnis für das Hochfest Fronleichnam.

Der Name dieses Feiertags leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab und bedeutet: „des Herren Leib“.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesen Tagen mit offenen Augen für Jesus und seine Botschaft durch unsere Region gehen und viele positive Erfahrungen machen.

Ihre Bernadette Kuckhoff

 

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