GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 22. August 2018


Rückkehr

Klaus Eddicks
Mariä Himmelfahrt
Tel: 677 17 21

In der ZEIT Nr. 31 wird beschrieben, wie Flüchtlinge aus Syrien sich auf den Weg von einem Dorf im Nordlibanon nach Südsyrien machen. Kaum vorstellbar welche Gefühle sie bewegen, wenn sie in die meist zertrümmerten Städte oder Dörfer zurückkehren. Sind es Trauer und Hoffnungslosigkeit, Hass und Rachegefühle oder ist es ein zartes, zerbrechliches Gefühl des Glücks endlich wieder zu Hause zu sein, auch wenn fast alles zerstört ist. Eine exakte Antwort ist wohl kaum möglich. Vielleicht erinnert sich so mancher Hamburger oder Hamburgerin an den Sommer 1943, als sie als Kinder nach den schrecklichen Bombenangriffen in das fast zerstörte Hamburg zurückkehrten.

Und heute? Wie ist es heute? Allmählich kehren sie, die Urlauber, zurück aus dem hoffentlich erholsamen Urlaub. Was geht in ihnen vor, wenn sie mit dem Auto oder dem Taxi in ihre Straße einbiegen?

 

Ist es ein Gefühl der Vertrautheit, alles so wiederzusehen, wie sie es verlassen haben? Oder ist es ein Gefühl der Dankbarkeit für ein Leben in einer weitgehend friedlichen Welt? Oder ist alles selbstverständlich und es überwiegt die Aussicht auf eine Dusche und auf das eigene Bett? Wie dem auch sei, eine größere Diskrepanz zu der anfangs beschriebenen Situation ist kaum denkbar. Und was ist mit den Mitbürgern/innen, deren Finanzen ihnen so enge Grenzen setzen, dass viele nicht einmal von einem Urlaub zu träumen wagen? Es mag sein, dass bittere Gedanken ihr Handeln bestimmen. Es mag aber auch sein, dass sie und ebenso die syrischen Familien nicht allein bleiben und Nächstenliebe, in welcher Form auch immer, erfahren.

Das wünscht sich

Klaus Eddicks.

 

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