GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 10. Mai 2017


Der 8. Mai 1945

Klaus Eddicks
Mariä Himmelfahrt
Tel: 677 17 21

 

Dieser 8. Mai ist ein überaus denkwürdiger Tag, der eigentlich auch heute noch nach 72 Jahren in die Erinnerung zurückgeholt werden müsste. Am 8. Mai 1945 schwiegen endlich die Waffen. Einer der grausamsten Kriege in Europa wurde durch die bedingungslose Kapitulation Deutschlands beendet. Nicht nur Deutschland lag in Trümmern. Aber die Menschen damals wurden erlöst, erlöst von dem Bombenhagel auf die Städte, erlöst von den erbitterten Kämpfen in Ost und West, erlöst von dem Terror der Gestapo, erlöst von den Mordkommandos von Teilen der SS. Doch kaum einer jubelte. Die Meisten waren zermürbt, krank, hungrig, traumatisiert und ohne jede Hoffnung. Zahllose Familien waren auseinandergerissen. Unzählige waren heimat- und obdachlos, nicht nur in Deutschland. Sie hatten all ihr Hab und Gut verloren.

 

Nur eine stille Dankbarkeit war mitunter zu spüren. Man war mit dem Leben davongekommen. Das allein zählte. Allerdings, so mancher konnte auch seine Verbitterung nicht verbergen. Er musste sich eingestehen, dass er sein Sinnen und Trachten auf eine verbrecherische Ideologie aufgebaut hatte. Heute ist die Situation dieses Tages und der darauf folgenden Wochen und Monate nicht mehr vorstellbar. In unserer Stadt zeugt nur noch die Ruine der Nikolai–Kirche von der damaligen Schreckenszeit. Viel ist geschehen. Wir leben zwar nicht in „Saus und Braus“, aber in einer jahrzehntelangen friedvollen Zeit, zumindest in Mitteleuropa. Für meine Kinder ist das selbstverständlich. Für meine Eltern und Großeltern und viele andere wäre es ein schöner Traum gewesen, der sich nicht erfüllen sollte. Mir aber bleibt nur ein leises „Gott sei Dank!“

K. Eddicks

 

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